Stress im Business
Prävention statt nur Meditation
Viele Aufgaben sind zu erledigen? Liegengebliebenes hätte längst erledigt sein sollen? Jetzt drängt die Zeit. Du musst fertig werden – gestern wäre besser gewesen. Der Druck wächst und du merkst, wie deine Kräfte bereits sinken. Es gibt Meditationen, Atemübungen und vieles mehr. Aber hast du in dieser Situation dafür Zeit? – Die Zeit nutzt du natürlich meist, um mit deinen Arbeiten voran zu kommen. Lass uns für solche Situationen präventiv vorsorgen!
Die Prävention, also das Vorsorgen gegen Stress-Zustände, beginnt mit einem Anschauen der Situationen rund im den Stress. Die Hauptfrage dreht sich dabei immer um Emotionen: welche Gefühle führen zu meinem Stress? Diese Analyse macht die emotionalen Ursachen greifbar. Damit sind sie abbaubar. Stress direkt abzubauen ist in der Stresssituation meist nur symptomatisch machbar. Einfacher kann es sein, die Ursachen für Stress abzubauen und damit indirekt den Stress von vorher schneller zu lösen.
Viele Faktoren halten den Stresszustand. Neben den bereits ausgeschütteten Stresshormonen, sorgen insbesondere Gefühle dazu, dass weiter fröhlich Stresshormone produziert werden. Stress ist etwas, was wir als Reaktion auf eine Gefahr von Natur aus benötigen: für den Angriff, für die Flucht oder für das Sich-Totstellen. Dazu dient der Stress. Es ist ein Kriegszustand. Die erste Frage nach Gefühl, das in ein Kriegsgebiet führt, lautet: worauf reagierst du mit einem Angriff, mit einer Flucht oder eben dem Sich-Totstellen?
Illustration Gebiet Stress
Angst ist einer der Hauptfaktoren für Stress. Sie treibt immer weiter an. Gedanken an die Bedrohung hinter der Angst, verstärken die Angst und damit den Stress. Das kann bis in die Panik führen. Die Bedrohung an sich war in ihrer ursprünglichen Ausformulierung meist gar nicht so riesig. Wir illusionieren gerne immer mehr zur Bedrohung. Dieses Verschlimmern wird ab einem gewissen Punkt irrational. Aus einer Bedrohung werden plötzlich mehrere. Die Existenzangst wird hinzu gepappt. Der Verlust des Ansehens und Jobverlust drohen. Aus Angst kann auf diese Weise Panik werden.
Lösungsweg:
Das Durchbrechen dieser Gedankenspirale, des illusionierten Überausbaus der Bedrohungen reduziert die Ängste und vermindert den Einfluss der Angst auf den Stress. Lass uns gemeinsam die Bedrohungen in ihre Schranken weisen! – Sprich mich an.
Die Aggression kann als Folge eines Angriffs von aussen aufkommen. Wut über die Ungerechtigkeit oder auch nur den Angriff von aussen, begleitet die innere Aggression. Der Kampfzustand wird erreicht, Stresshormone werden ausgeschüttet. Im Beruf sind solche Angriffe natürlich seltenster körperlicher Natur. Wenn uns zum Beispiel jemand Schuld machen will oder uns gegenüber laut wird, können wir das als Angriff werten. Die Reaktion unseres Körpers ist völlig natürlich.
Die innere Aggression muss nicht nur von einer anderen Person ausgelöst werden. Sie kann sich gegen Dinge oder Ereignisse wenden. Mit einem stark aufgebauten Kontrollzwang stehen einem oft Dinge im Weg. Je stärker der Zwang, alles im Griff zu haben, je höher kann sich eine Aggression aufbauen.
Lösungsansätze:
Zum einen ist die Resilienz etwas, das man trainieren kann. Die Resilienz ist die Fähigkeit, mit dem Aufkommen von inneren Emotionen besser und schneller klar zu kommen.
Eine gedankliche Entwertung des Angreifers kann ebenso hilfreich sein. Dazu hilft ein Perspektivenwechsel. Man geht aus der Situation heraus und fragt sich, was der oder die wohl erlebt hat, dass jetzt so ein aggressives Auftreten auftaucht. Es ist ja eine Schwäche, sich nicht im Griff zu haben. So wird man als Opfer zu jemanden, der Mitleid für den Chef oder wen auch immer empfindet.
Beim Kontrollzwang wird es schwieriger. Ein Zwang ist ein Müssen. Dieses Müssen ist beim Kontrollzwang selbst auferlegt. Genauer da hin zu schauen, warum man das tut, kann Wege eröffnen, den Zwang zu entschärfen. Das ist im Gespräch sinnvoller als alleine.
Manchmal lässt du dir Druck machen und baust dir den Druck selbst noch stärker auf? Die Pflicht ist eine Ordnung ähnlich der Bedrohung. Nimmst du Pflicht allzu ernst, begleitet ein anderes Gefühl diesen Druck: die Schuld. Du wirst andere enttäuschen, wenn du nicht vorankommst! Die Verantwortung beginnt mit der Schuld auf dir zu lasten. Du entscheidest dich, alles zu tun, damit du die Erwartungen erfüllen kannst. Dabei vermeidest du sogar Dinge, die wichtig wären. Du spürst, man wird dir misstrauen, wenn du nicht erfüllst.
Wege aus der Schuld:
Das Aufbauschen der Verantwortung und des Pflichtgefühls tust du aus welchem Grund genau? – Du willst gut sein, du willst der/die Beste sein? Das ist ein Grund, weshalb die Schuld den Stresszustand begleiten kann. Das gute Bild von sich nach aussen abgeben ist oft auch Teil einer Verkettung, die bis in den Burnout führen kann. Die Ursache in diesem Beispiel liegt beim Stolz. Um diesen zu spüren, muss dein Wert nach oben. Sprechen wir darüber!
Ein weiterer Weg aus dem Stress durch Verantwortung und Pflicht ist die direkte Verminderung der Schuld. Erinnere dich an Aktionen, in denen du Verantwortung einfach erfüllt hast, statt sie unter Last zu tragen! Was war damals anders? Du hast mehr emotionale Sicherheit empfunden. Die Schuld wächst nicht auf dem Boden der Sicherheit. Wie kommst du dahin?
Das Gefühl der Ohnmacht meint nicht den Zustand der Bewusstlosigkeit. Es geht darum, wortwörtlich „ohne Macht“ zu sein. Du fühlst dich in die Enge getrieben, ohne eigenen Handlungsspielraum. Du bist hilflos ausgeliefert. Hier folgt dein Körper der dritten Art der Reaktion auf einen Angriff: das Sich-Totstellen. Das ist kein entspannendes, ruhiges Sein. Es ist ein Zustand höchster Anspannung. Hier kann Stress gefährliche Ausmasse annehmen. Deine Kraft erstarrt zu einem Kraftbündel, das sich nicht entlädt. Es ist, als ob du eine Spiralfeder zusammendrehst und immer mehr Druck dafür einsetzt.
Wie kommst du da raus?
Es gibt wie in jedem Zustand viele Wege. Einen nützlichen empfinde ich den Verzicht auf das Jammern. Das Jammern – auch schon in Gedanken – bugsiert dich mit jedem jammervollen Gedanken weiter in die Ohnmacht. Es erscheint erst gar nicht als offensichtlich, aber es ist dieselbe Aktion wie das Aufbauschen von Bedrohungen und von Pflichten: das Jammern ist der Akt des Bauens der Hilflosigkeit. Ich helfe dir, im Alltag Trigger zu setzen, damit du dein inneres Jammern entdeckst und helfe dir, diesen Akt abzustellen.
Die Prävention von Stress beginnst du mit mir in Gesprächen. Wir finden die Gefühle in deinem Sein, die vielleicht etwas zu stark reagieren. Oft sind es Verhaltensweisen, die du dir gewohnt bist, die Gefühle dazu bringen, stärker in Erscheinung zu treten, als nützlich ist. Jedes Gefühl hat seinen Sinn. Und jedes Gefühl kann übertrieben aufgebaut werden. Wir finden gemeinsam heraus, wie genau du es machst, dich immer weiter in den Stress hinein zu bugsieren.
Neben den oben ausgeführten Auswegen aus der Stressproduktion, gibt es andere Formen der Minimierung von Stress. Bewusst langsameres Gehen zum Beispiel, auch wenn der Kopf schon am Ziel ist. Diese zusätzliche Minute hast du. Bist du bereit für einen Präventivschlag zum Abbau von Stress?
Warum es einen Freund braucht, um gegen Stress vorzugehen? – Ich bin ein Vertrauter. Ich bin ein Freund, mit dem du über alles reden kannst. Und genau das braucht es, um an die Ursachen deines Stresses heran zu kommen. Auf dem Weg zu den Ursachen begegnen dir Dinge, die du wahrscheinlich selbst noch gar nie durchdacht hast. Wir schauen uns gemeinsam deine Stressfabrik an und optimieren sie.
Ich zeige dir eher weniger Atemtechniken und Meditationen. Wir gehen in Verhaltensänderungen, um den Stress gar nicht mehr in hoher Stärke aufkommen zu lassen.
Neben den äusseren Einflüssen wie zum Beispiel Ärgernisse, Schuldzuweisungen und Dringlichkeiten anderer, geschieht der Aufbau von Stress immer in dir selbst. Ein erster Schritt in Richtung Stress-Management ist die Einsicht, dass egal wieviel im Aussen gestresst wird, du komplett selbst für den Aufbau von Stress in einem selbst verantwortlich bist. Das wirst du verneinen wollen. Wie soll ich denn den Stress in mir selbst produzieren? – Sinnlos tönt das allemal. Hier eine kleine, unvollständige Aufstellung, wie du Stress produzieren kannst:
Neben individuell auffindbaren Wegen gegen den Stress gibt es allgemeine Techniken und Vorgehen, die den Stress-Abbau unterstützen. Hier eine kleine Mini-Liste, Stress besser handhaben zu können.
Sorge für Ruhe im Stress vor!