Konflikte

Konflikte und Differenzen bei der Arbeit – Unfriede im Arbeitsalltag

Konflikte gibt es überall. Auf der Arbeitsstelle sind Differenzen, Streitereien und Konfrontationen leider sehr verbreitet. Wir begegnen uns an diesem Ort und jeder soll seine Arbeit tun. Die Gründe für Konfliktsituationen sind unzählbar. Aber eines ist immer gemeinsam: auch hier sind Gefühle im Spiel. Ob es um ein Problem geht, eine Uneinigkeit, ja gar eine Zerrissenheit: Verärgerung und Disharmonie werden schnell empfunden.

Was sind Ursachen von Konfliktsituationen, wie kommt es zum Streit?

Erst einmal gibt es die offensichtlichen Gründe für eine Auseinandersetzung. Eine Schrierigkeit ist aufgetreten, jemand hat etwas getan oder gesagt. Von diesen Ursachen gibt es viele. Das Warum ist in erster Instanz der Betrachtung der Ursachen noch nicht zu erreichen. Die erste Frage ist immer: was ist passiert? Da jede Kontroverse eine Stressreaktion auslöst, sind die Antworten immer einseitig, denn man befindet sich emotional in einer Kriegssituation. Stresshormone werden ausgeschüttet.

  • Kommunikationsprobleme:
    Missverständnisse, fehlende Absprachen oder unklare Anweisungen können zu Spannungen führen. 
  • Stress und Überforderung:
    Ein hohes Arbeitsaufkommen und Zeitdruck können Konflikte begünstigen. 
  • Schlechte Arbeitsorganisation:
    Unklare Aufgabenverteilung, chaotische Abläufe und fehlende Priorisierung können zu Frustration führen. 
  • Mangelnde Wertschätzung und Anerkennung:
    Fehlende Anerkennung der eigenen Leistung kann zu Demotivation und Konflikten führen. 
  • Beziehungskonflikte:
    Persönliche Differenzen, Feindseligkeiten oder Konkurrenzverhalten können Konflikte auslösen. 
  • Sachkonflikte:
    Unterschiedliche Auffassungen zu sachlichen Fragen, wie z.B. die beste Vorgehensweise bei einer Aufgabe, können zu Konflikten führen. 

Wie kannst du mit Konfliktsituationen konstruktiv umgehen?

Das Intervenieren in einen Konflikt von anderen und der konstruktive Umgang als Konfliktpartei unterscheiden sich kaum. Das erste Ziel ist es, eine gemeinsame Sprache zu finden. Wo erreicht man sich gegenseitig noch? Das ist die Basis für eine gemeinsame Lösungsfindung des Problems. Das tönt einfach, ist es aber nicht. Ich übe mit dir Kommunikationsmethoden und konstruktive Gesprächsführung.

  • Ich-Botschaften:
    Formuliere deine Bedürfnisse und Wünsche klar und deutlich, ohne den anderen zu beschuldigen. 
  • Offene Kommunikation:
    Sprich offen über deine Gefühle und Wahrnehmungen. 
  • Aktives Zuhören:
    Hör deinem Gegenüber aufmerksam zu, um dessen Sichtweise zu verstehen. 
  • Konstruktive Gesprächsführung:
    Such nach Lösungen, die für beide Seiten akzeptabel sind. 
  • Moderation:
    Bei Bedarf kann eine neutrale dritte Person (z.B. Vorgesetzter, HR-Abteilung) den Konflikt moderieren. 
  • Professionelle Hilfe:
    Bei schweren Konflikten kann eine professionelle Konfliktberatung sinnvoll sein. 

Ziele der Konfliktlösung

Konflikte am Arbeitsplatz sind normal und können sogar positive Auswirkungen haben, wenn sie konstruktiv angegangen werden. Eine offene Kommunikation, eine gute Arbeitsorganisation und Wertschätzung sind wichtige Faktoren für ein konfliktfreies Arbeitsklima.  Das Ziel der Begegnung ist es natürlich, die Konfrontation zu entschärfen und den Streit zu beenden. Das ist nicht immer möglich, weshalb weitere Ziele einer Mediation oder eines Lösungsversuchs ebenso erreicht werden können:

  • Veränderungsbedarf erkennen:
    Konflikte können auf Verbesserungspotenzial in der Zusammenarbeit oder Organisation hinweisen.
  • Neue Lösungen finden:
    Die Auseinandersetzung mit Konflikten kann zu neuen, kreativen Ansätzen führen.
  • Zusammenarbeit optimieren:
    Durch die Lösung von Konflikten kann die Zusammenarbeit verbessert und das Betriebsklima gestärkt werden. 

Konflikt-Prävention

Unstimmigkeiten und Schwierigkeiten wird es immer geben. Wir sind Menschen. Die Häufigkeit und Intensivität von Konfliken können in Betrieben minimiert werden. Dazu ist eine Firmenkultur notwendig, die auf gewisse Punkte achtet:

  • Klare Kommunikation:
    Offene und transparente Kommunikation ist wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden. 
  • Klare Aufgabenverteilung:
    Definieren Sie Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar, um Unklarheiten zu vermeiden. 
  • Wertschätzung zeigen:
    Anerkennung und Wertschätzung der Leistung jedes Einzelnen tragen zu einem positiven Arbeitsklima bei. 
  • Teambuilding:
    Gemeinsame Aktivitäten können das Wir-Gefühl stärken und Konflikte vorbeugen. 
Suppe der Gefühle

Was steckt unter der Auseinandersetzung?

Ein Streit wühlt Gefühle auf. Das ist richtig. Oder waren sie schon vorher da? – Mir gefällt das Bild einer Suppe der Gefühle. Wir bewegen uns den ganzen Tag mit unseren Gefühlen. Mal kommt etwas Wut an die Oberfläche, dann Ärger, dann wieder was Schönes. Die eigentlichen Ursachen von Konflikten liegen in der Zusammensetzung der Gefühlssuppe.

Die Gefühlssuppe

Dass mal etwas Chili oben schwimmt, ist nicht schlimm. Schwimmen Chili, Ingwer und Pefferkörner über längere Zeit gemeinsam an der Oberfläche der Gefühlssuppe, ist die Bereitschaft für Schärfe und Konfrontation eher gegeben. Das Bild der Gefühlssuppe gefällt mir. Sie weist einen Weg, wie du in einer Konfliktsituation einen kühlen Kopf bewahren kannst. Ein Zank oder eine kontroverse Konfrontation haben Zutaten an die Oberfläche gebracht, auf welche du mit reagierst. Du wirst wütend, verärgert, aggressiv oder einfach nicht mehr friedlich. Unterschwellig brodelt schon länger etwas. Das wird durch ein Ereignis an die Oberfläche gebracht. Das kann nur schon der Kopf des Mitarbeiters sein, der gerade durch die Tür kommt.

Aggressive Gefühle präventiv mit
Selbstreflektion und Resilienz angehen

Du kannst vorsorgen, in Konfliktsituationen nicht allzu heftig zu reagieren. Damit meine ich nicht die Gegenwehr, ich meine die Intensivität deiner eigenen Gefühle. Denn das Hochkommen von Ärger und Wut kostet viel Kraft und kann je nach Resilienz sehr lange andauern. Die Gefühlssuppe ist scharf gewürzt!

Du fragst dich: was lerne dich extrem gut kennen? – Ich kenne mich ja. Und du hast Recht. Du kennst dich natürlich. Es ist gemeint, dass du deine Gefühlssuppen-Zusammensetzungen benennen, analysieren und verstehen kannst, warum du in Konfliktsituationen betroffen oder aggressiv reagierst. Jeder von uns ist von den Gefühlszusammensetzungen anders gebaut. Analysiere mit mir zusammen im Gespräch, was genau deine Gefühle in Bewegung gebracht hat. Mit diesem Wissen kannst du nachher Abstand von deiner dir bekannten Suppe nehmen und einen Konflikt entschärfen, bevor er entsteht. Oder du kannst in einer Konfliktsituation souverän reagieren und den Streit besser entschärfen.

Resilienz ist die Fähigkeit, Krisen zu meistern und gestärkt aus schwierigen Situationen hervorzugehen. Es gibt verschiedenste Methoden, die eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken. Dazu gehören das Pflegen sozialer Beziehungen, das Entwickeln von Problemlösungsstrategien, das Setzen realistischer Ziele, Achtsamkeitsübungen und das Erlernen von Akzeptanz. Hier sind einige konkrete Ansätze, um Resilienz zu trainieren:

  • Soziale Beziehungen pflegen:
    Starke soziale Netzwerke bieten Unterstützung und Halt in schwierigen Zeiten. Offene Gespräche mit vertrauten Personen können helfen, Sorgen und Probleme zu bewältigen.
  • Problemlösungsfähigkeiten entwickeln:
    Analysiere Probleme gründlich und entwickele verschiedene Lösungsansätze.
  • Setze dir realistische Ziele und zerlege größere Aufgaben in kleinere, überschaubare Schritte.
  • Achtsamkeit üben:
    Meditation und andere Achtsamkeitsübungen können helfen, Stress abzubauen und die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung zu stärken.
  • Nimm deine Gedanken und Gefühle wahr, ohne sie zu bewerten.
  • Selbstreflexion und Selbstmitgefühl:
    Denk über vergangene Erfolge nach und identifiziere, welche Fähigkeiten und Ressourcen dir dabei geholfen haben.
  • Übe Selbstmitgefühl und ersetze negative Selbstgespräche durch positive und unterstützende.
  • Akzeptanz lernen:
    Akzeptier, dass Veränderungen zum Leben dazugehören und lerne, dich an neue Situationen anzupassen.
  • Konzentriere dich auf das, was du beeinflussen kannst, und akzeptiere, was du nicht ändern kannst.
  • Positive Denkmuster etablieren:
    Trainiere Optimismus und such nach positiven Aspekten in schwierigen Situationen.
  • Führe ein Erfolgstagebuch, um dich an positive Erlebnisse und Fortschritte zu erinnern.
  • Ausreichend Erholung:
    Gönn dir regelmäßige Pausen und achte auf eine ausgewogene Work-Life-Balance.
  • Sorge für ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung.
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